Interview mit Mainström aus Stuttgart

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Hallo alle miteinander,

 

heute haben wir für euch einen kleinen Leckerbissen. Wir haben uns am 17. Dezember 2017 mit der Band Mainström, welche am 6.Januar 2018 zusammen mit Bonsai Kitten im Goldmarks spielen, getroffen. Hier gehts zu der Veranstaltung.

Viel Spaß mit dem Interview!


Anwesend waren:

Angie – Vocals, Gitarre; Heiko – Drums; Matthias – Bass; (Kilian – Gitarre war leider verhindert).

Tobias und Hans haben das Interview geführt.


Wie habt ihr euch gefunden und wie seid ihr auf den Namen Mainström gekommen?

Heiko: Das war 2011. über das Internet. Ich war auf der Suche nach einer Band als Schlagzeuger. Ich war relativ neu in Stuttgart und meine alte Band hatte sich aufgelöst und dann habe ich zwei Mädels angeschrieben, Angie und Jenny, unsere damalige Bassistin. Punkrock war schon immer meine Musik und so hab ich mir dann etwas von ihnen schicken lassen. Hab es dann erst mal versucht, nachzuspielen und fand es doch sehr schnell am Anfang. Es hat aber dann gepasst und so hat es angefangen. Wir waren anfangs zu dritt, die zwei Mädels und ich. Wir hießen noch anders – “Qué lástima” . Das steht für “Wie schade” auf Spanisch.

Angie: Ja genau, nur das konnte niemand aussprechen inklusive Heiko, der hat immer „Quo elastiema“ gesagt.

Heiko: Ja, ich bin halt eher Italiener als Spanier.

Angie: Deshalb hat er dann einen neuen Namen erfinden müssen.

Heiko: Es war aber immer schon was mit Ström im Umlauf irgendwie…

Angie: : „Ström“ ist einfach so ein geiler und bescheuerter Ausdruck. Deshalb hab ich gedacht, oh wir brauchen was mit „Ström“, also nennen wir uns doch „Bergström“ aber das war so arg doof irgendwie,…

Heiko: Der jetzige Name ist vielleicht nicht minder doof, aber es hat sich dann so ergeben.

Angie: Des war dann noch doofer deshalb heißen wir jetzt Mainström.

Heiko: Das passt ja eigentlich ganz gut. Wir machen keine „Mainstream-Musik“ und nehmen uns auch nicht ganz so richtig ernst. Und ich finde, der Name spiegelt das so, dass alles so ein bisschen lässiger daherkommt..

Was ist eure Lieblingsbiermarke?

Heiko: Schloss! Angie: Schloss … Matthias: Schloss, das ist halt unser Proberaumbier ansonsten find ich Chiemseer ganz geil oder Tegernseer ist auch nicht schlecht …

Heiko: Das Schloss-Dosenbier schmeckt auch nur im Proberaum im Kontext mit Probe…

Angie: Ja, und es ist ganz wichtig, dass es in Zimmertemperatur getrunken wird.

Matthias: Leicht gekühlt.

Angie: Aaach ihr, – die Jungs haben, solange ich nicht mitgeprobt habe, angefangen das Bier in den Kühlschrank zu stellen – das geht gar nicht!

Matthias: Wir schaffen es auch immer die Dosen so zu platzieren, dass wir mindestens eine im Verlauf der Probe runterschmeißen…

Habt ihr Vorbilder und Lieblingsbands an denen ihr euch musikalisch orientiert?

Angie: Ich sag Beatsteaks; die Beatsteaks von früher die mag ich sehr gern, aber heute nicht mehr so – die sind mir ein wenig zu poppig geworden.

Matthias: Als ich das ganze Zeug angefangen hab zu hören, da waren meine „All-Time-Favorites“: NoFX, Lagwagon, Pennywise und Blink182

Heiko: Als die Musik die wir jetzt machen so richtig cool war; Anfang, Mitte der 90iger da war ich noch Grundschüler, da hatte ich noch nichts mit Musik am Hut, schon gar nicht mit Punkrock, das kam erst im Laufe der Zeit, so als „second Hand Hörer“ als das ganze schon draußen war.

Was für Musik spielt ihr?

Matthias: Man kann schon sagen, das was wir machen ist so 90iger Skate-Punk…

Heiko: Melodic Punkrock auch genannt.

Matthias: Kein Hardcore auch kein Post-Hardcore, aber auch kein Punkrock wie man ihn von den Sex Pistoles her kennt

Heiko: Da sind wir zu weich für.

Matthias: Da haben wir zu viele Akkorde dafür.

Wie oft probt ihr?

Angie: Einmal pro Woche immer freitags.

Heiko: Früher waren wir noch deutlich flexibler, da hatten wir noch kein „Band-Baby“. Aber dank Babysitter kriegen wir das hin. Man muss dazu sagen wir hatten eine ziemlich lange Pause. Wir haben Ende September (2017) wieder angefangen zu proben. Im Mai 2016 haben wir aufgehört, zu viert, also mit Angie, zu proben. Also über ein Jahr Pause.

Angie: Ja jetzt müssen wir ganz viel aufholen – brutal viel.

Matthias: Aber es ist nicht so, dass wir in der Zeit keine Musik gemacht haben. Wir haben inzwischen Songs zu Ende geschrieben und diese dann auch aufgenommen.

Was hat sich nach so einer langen Pause verändert?

Matthias: Ganz egozentrisch gesprochen, ich bin ja das jüngste Bandmitglied, als ich 2015 dazugekommen bin, war ja grad die CD „Walters Surprise“ in der Mache. Da hab ich natürlich die ganzen Songs nur nachgespielt, weil es die ja schon gab. Auf der neuen EP sind auch Songs von mir mit drauf. Also, was sich verändert hat: Matthias hat angefangen Songs zu schreiben.

Heiko: Darum haben wir jetzt den schnellsten Mainström-Song aller Zeiten von Matthias – also werden wir vielleicht in Zukunft noch schneller.

Matthias: Jenseits 200 ist mein Wohlfühlgebiet,

Heiko; Wir haben akribisch an den 4 neue Songs gearbeitet und diese aufgenommen. Wir sind da nie die schnellsten… Wir sind ein bisschen detailverliebter geworden.

Angie: Das kommt durch die Pause finde ich. Durch den Abstand geht man viel kritischer wieder an die Sache ran.

Neue EP kommt wann?

Angie: Geplant ist der 06.01.2018. Aber wir sind noch am Cover-Design und wir können es nicht versprechen momentan (dass der Termin klappt). Es ist nicht so einfach, alle in der Band zufrieden zu stellen. Wir meckern halt rum und sagen, dass uns das und das nicht gefällt – aber dann sagen wir wieder, dass es am 06.01. fertig sein soll. Das widerspricht sich ein bisschen.

Das heißt also zu dem Konzert am 06.Januar 18 im Goldmark’s mit Bonsai Kitten soll die EP fertig sein.

Angie; Wenn alles gut läuft: ja.

Matthias: Also die Setlist für das Konzert steht. Alle Songs der neuen EP spielen wir auch. Die Frage ist also nur noch ob wir auch die CD schon am Start haben.

Was erwartet uns dann auf der neuen EP musikalisch?

Heiko: Musikalisch knüpft es an die letzte CD an. Die EP ist wieder kürzer, die letzte hatte ja 7 Songs, aber da wir alles in Eigenregie machen, ist der Aufwand sehr hoch, fast schon zu hoch. Jetzt haben wir wieder 4 Songs, eine klassische EP, 3 gute Songs und einen etwas kürzeren nicht minder guten mit einer eher spaßigen Komponente.

Angie: Wir haben 3 emotional starke Songs, die handeln viel von Trennung, weil Matze und ich Trennungsgeschichten hinter uns haben und halt ein Spaß-Song namens „Public Water Breaking“. Früher hieß er „Circus-Song“, wir haben ihn auch schon „Catchy 2“ genannt.

Matthias: Die Songs sind ziemlich schnell, wir haben versucht sie schön zu arrangieren. Also Melodie und Rhythmus miteinander zu verheiraten und wir haben mehr Backingvocals draufgepackt.

Alle Vocals von Euch?

Heiko: Ja, wir haben diesmal das ganze etwas schmaler gehalten.

Angie: Also diesmal komplett von Mainström eingesungen.

Heiko: Wir sind aufnahmetechnisch wieder einen Schritt zurückgegangen. Nicht mehr ganz so aufgeblasen, da das bei der letzten EP mit 40 – 50 Spuren ausgeartet ist. Jetzt ist das alles originaler und ehrlicher.

Was hat euch bewogen eure erste EP umsonst im Internet anzubieten?

Angie: Nee, das war nicht die erste.

Heiko: Das war 2012 da gab’s 3 Songs für umme. Es waren mehr Spaßaufnahmen, eine kurze EP, für mich eine Art Lernprojekt, weil ich da das erste Mal selbst aufgenommen, gemischt und gemastert hab. Davor haben wir zwar selbst aufgenommen mit mäßiger Qualität und dann professionell abmischen lassen – aber der Mischer konnte halt aus Scheiße auch kein Gold machen. Das Aufnehmen ist neben Drum spielen mein Hobby, deshalb hab ich gedacht, da muss mal was rausgehen. Ich nehme eigentlich alles auf. Auch jede Probe wird mitgeschnitten…

Angie: Und dann zu Hause angehört und dann lachen wir uns halt den Ast.

Matthias: Super, hör mal zu wie schlecht wir waren.

Heiko: ich find das gut.

Matthias: Auf jeden Fall, man merkt dann auch ob es gepasst hat oder nicht.

Angie: Passiert oft bei Mainström-Proben. Die Proberaum-Aufnahmen sind ehrlich, aber sie helfen einem auch, die Fehler zu erkennen und an sich zu arbeiten..

Matthias: Aber live da merkt es kaum jemand… – Man kann sagen O.K., das ist Punkrock, mal kurz daneben greifen ist Teil der Einstellung. Aber unser Anspruch ist das nicht. Wir wollen uns auf der Bühne nicht zum Affen machen. Wir versuchen die Songs so zu spielen wie sie auch auf der CD klingen.

Heiko: Verspielen oder nicht gestimmte Gitarren ist nicht cool, auch nicht im Punkrock, sowas ist vermeidbar.

Mit welchen Problemen hat man als Punkrock-Band am meisten zu kämpfen – welche Herausforderungen hattet ihr zu bewältigen um Fuß zu fassen?

Heiko: Mittlerweile gibt es uns ja doch recht lang, ein paar treue Fans haben wir, sehr treue Fans sogar. Aber man merkt, dass unser Genre der melodic Punkrock nicht so gefragt ist wie andere Genres. Es gibt Bands die Hardcore machen und ungefähr auf unseren musikalischen Level sind, die schaffen das viel schneller durchzustarten. Wir sind wirklich sehr glücklich und zufrieden wenn wir einmal im Jahr im Goldmark’s spielen dürfen. Das ist immer ein Highlight, das sind gute Konzerte die machen Spaß, da ist immer ordentlich was los. Ansonsten machen wir das alles auch für uns weil wir Bock haben diese Musik zu machen.

Angie: Genau, das kommt alles vom Herzen. Alles andere wäre nicht authentisch, das wären nicht wir. Wenn wir gerne mehr Publikum hätten, müssten wir Schlager machen.

Viele Musiker spielen ja gleichzeitig in mehreren Bands, wie ist das bei euch? Spielt ihr nur bei Mainström oder seid ihr noch bei anderen Bands aktiv?

Angie: Alle die hier sitzen spielen nur bei Mainström, bis auf Kilian (der leider heute keine Zeit hatte), der spielt auch noch bei Minutes from Memory.

Welches war euer eindrucksvollstes Konzert?

Angie: Das ist schwer, das ist echt schwer … auf jeden Fall eines im Goldmark’s…

Heiko: Das beste Konzert war im Goldmark’s als Vorband von The Movement… das war kompletter Abriss, da hat alles gestimmt: der Laden war voll, die Leute von The Movenent waren echt gut drauf, das hat richtig Spaß gemacht und aftershowmäßig …

Angie: …ist es eskaliert, war geil!

Matthias: Wobei mir der letzte Gig im JuHa West auch sehr gut gefallen hat. Der war auch ganz heftig.

Wo tretet ihr am liebsten auf?

Angie: Goldmark’s, da sind wir einfach zuhause mittlerweile.

Und wo würdet ihr gerne mal auftreten?

Matthias: Ich würde gern mal Open Air spielen, die anderen haben das ja schon gemacht beim Umsonst & Draußen Stuttgart, aber nicht um 14h sondern um 20h.

Heiko: Zumindest mal um 19h.

Kennt ihr Bonsai Kitten schon bei denen ihr am 06.01.18 den Support macht?

Angie: Nur ein bisschen, der Veranstalter hat uns die Frontfrau Marleen auf einer Party im Goldmark’s mal kurz vorgestellt. Ich freu mich drauf, die endlich mal live zu sehen..

Matthias: Ich war auch schon mal bei einem Konzert. Bonsai Kitten sind cool, auch wenn die Musik anders ist als das, was wir machen. Ich fand, die Sängerin hatte eine tolle Bühnenpräsenz und eine intensive Stimme. Da ist Stimmung garantiert. …


Wir sind mit unseren Fragen am Ende. Natürlich könnten wir uns noch viel länger unterhalten, aber vorerst war das doch sehr informativ und aufschlussreich.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

 

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